Die Basler Wohnbautätigkeit ist aufgrund strenger Regulierungen im Koma
«From bad to worse» – unter diesem Titel beschreibt das Swiss Real Estate Institute in seiner neuen Update-Studie die Folgen der Wohnschutzverordnung in Basel-Stadt. Die Zahlen sprechen für sich: Der Einbruch bei den Baugesuchen für Wohnungen hat sich seit Einführung der Regulierung weiter verschärft – von minus 76 Prozent in der Periode 2022–2024 auf minus 80 Prozent für den Zeitraum 2022–2025.
Im November 2021 nahm die Basler Stimmbevölkerung die Initiative «Ja zu echtem Wohnschutz» an. Seit Inkrafttreten der neuen Wohnschutzverordnung im Mai 2022 sind Sanierungen bewilligungspflichtig. Zudem dürfen Investitionskosten nur noch eingeschränkt auf die Mieten überwälzt werden.
Die Folgen sind dramatisch: Bereits Anfang 2025 zeigte eine Basisstudie des Swiss Real Estate Institutes der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich für den Zeitraum von 2022 bis 2024 einen massiven Einbruch bei den Baugesuchen für den Wohnungsbau (- 76 Prozent). Nun bestätigt ein Update zur Studie: Die Lage hat sich weiter verschärft.

Während zwischen 2014 und 2021 jährlich im Durchschnitt Baugesuche für 730 Wohneinheiten eingereicht wurden, waren es zwischen 2022 und 2025 nur noch 149 pro Jahr. Das entspricht einem Rückgang von 80 Prozent.
Die Studienautoren ziehen ein deutliches Fazit: «Basel-Stadt hat mit der Verschärfung des Mieterschutzes die Bautätigkeit fast komplett abgewürgt.»
Und Zürich? Dort sehen die Autoren zwar den «einzige[n] Hoffnungsträger unter den Deutschschweizer Grosszentren». Die Zahl der Wohnungen, für die ein Baugesuch eingereicht wurde, stieg in der Limmatstadt gegenüber der Vergleichsperiode 2014 bis 2021 um 33 Prozent.
Doch auch dieses Bild relativiert sich bei genauerem Hinsehen: Seit 2019 sind die Gesuchzahlen tendenziell rückläufig. Ein Ausreisser nach oben im Jahr 2024 (5’300 Wohnungen) verfälscht das Bild. Ausschlaggebend dafür waren mehrere Grossprojekte mit jeweils über 200 Wohnungen. Ohne diesen Ausreisser, so die Studienautoren, hätte Zürich «praktisch ein Nullwachstum» verzeichnet.
Verschärfung statt Entspannung
Mit Blick auf die Abstimmungen über die Wohnschutz-Initiative im Kanton Zürich vom 14. Juni 2026 warnen die Studienautoren deshalb eindringlich:
«Eine Annahme der Wohnschutz-Initiative wird die Situation am Mietwohnungsmarkt im Kanton Zürich verschärfen, statt sie zu entspannen.»
Einziges Mittel, um die Mietzinsentwicklung im Zaum zu halten, sei ein ausreichendes Angebot an bezahlbaren Wohnungen, was wiederum eine verstärkte Bautätigkeit voraussetze.


