TV-Debatte zur Wohnungsknappheit: Alle sind sich einig – nur wenn gebaut wird, gibt es günstige Wohnungen
Die Sendung «Sonntagszeitung Standpunkte» vom 28. Juni 2025 widmet sich der Wohnungsknappheit in und um Zürich.
Unter der Leitung von Reto Brennwald diskutieren:
- Balz Halter, VRP Halter Gruppe
- Donato Scognamiglio, VRP IAZI Immobilienberatung und -analyse
- Markus Somm, Chefredaktor Nebelspalter
- Larissa Steiner, Co-Leiterin Rechtsberatung Mieterverband Zürich
Die Situation wird von allen Gesprächsteilnehmern gleich wahrgenommen: Die Wohnungsknappheit ist real. Immer mehr Menschen bleibt nur der Wegzug, wenn sie eine günstige Wohnung verlieren. Die Industriebrachen sind grösstenteils aufgebraucht, das Raumplanungsgesetz verhindert die Schaffung neuen Baulands. Gleichzeitig steigt die Bevölkerungszahl durch Zuwanderung laufend an. Und die Verdichtung erfährt überall Widerstand.
Aber was ist zu tun, um Abhilfe zu schaffen? Was führt zu einer Entspannung auf dem Wohnungsmarkt? Die Diskussion bringt Probleme und Ansichten auf den Punkt:
- Ganz grundsätzlich: Es müssen mehr Wohnungen gebaut werden, sonst gibt es auch keine günstigen Wohnungen.
- Wenn in der jetzigen Situation des starken Nachfrageüberhangs reguliert wird, werden Gewinner und Verlierer geschaffen. Gewinner sind jene, die eine regulierte, günstige Wohnung erhalten. Verlierer sind alle anderen. Diese zahlen für die Gewinner mit.
- Der Bodenpreis ist einer der wichtigsten Faktoren der Preisbildung. Die Genossenschaften sind nur darum billiger, weil sie in vielen Fällen den Bodenpreis nicht oder nur teilweise bezahlen müssen. Sie profitieren von einer steuerlichen Umverteilung.
- Ein spezielles Problem: Schwarze Schafe unter den Vermietern haben leichtes Spiel, denn die Not macht zahlreiche Personen alternativlos.
- Das Vorkaufsrecht löst das strukturelle Problem nicht, darin sind sich alle einig. Es gibt auch hier nur wenige Gewinner, die grosse Mehrheit bezahlt den Preis über die Steuern.
- Ungelöst bleibt die Frage nach Bevölkerungswachstum und Landschaftsschutz. Geht es ohne neue Einzonungen?
- Neben dem Bodenpreis ist die starke Normierung ein wichtiger Kostentreiber. Wichtig: Faktisch ist die SIA der grösste Gesetzgeber in Bauwesen.
Lösungsansatz: Verdichten und einen Teil der so geschaffenen Wohnungen in Kostenmiete abgeben. Im Gegensatz zu vielen regulatorischen Ansätzen bleibt es so attraktiv, in Wohnbau zu investieren.


